Baumwolle

 

 

Samen der Baumwollpflanze

 

  Baumwolle wird aus den Samenhaaren der Baumwollpflanze Gossypium gewonnen. Diese wiederum stammt aus der Familie der Malvengewächse mit ursprünglichem Vorkommen in Westindien, Afrika und Südamerika. Schon vor 7000 Jahren wurde Baumwolle von den Inkas in Peru und den Mayas im heutigen Mexiko angebaut und verarbeitet.

 

Baumwolle wurde wohl unabhängig voneinander in vielen Teilen der Welt "erfunden".

  

 Im Mittelalter wurde die Verbreitung der Baumwollstoffe durch die Seefahrt und die Eroberer der damaligen Zeit in Europa bekannt und begehrt. Bedeutende Erfindungen, Eroberungen und der Sklavenhandel hatten unmittelbar mit der Baumwolle zu tun. Die Nachfrage nach diesen Stoffen wuchs rapide. Ab dem Ende des 17. Jahrhunderts verarbeiteten vor allem die englischen Tuchweber Baumwolle, die den Rohstoff aus ihren Kolonien erhielten, zu teurem Tuch.

  In der Neuzeit importierten die ersten englischen Siedler in Nordamerika schon bald die Faser und kultivierten die Pflanze, die in den Südstaaten aufgrund des Klimas und des Bodens gut gedieh. Der Anbau und die Kultivierung der Baumwollpflanze war (und ist) sehr aufwendig.

Sklaven mussten die Pflanzungen ständig ausdünnen und die Pflanzen einzeln umsetzen. Die Fasern mussten von Hand gepflügt und für die Weiterverarbeitung mühsam präpariert werden. Im damaligen "Cotton Belt" im Süden der USA war die Sklavenarbeit bei der Baumwollverarbeitung so ausgeprägt wie in keiner anderen Zeitepoche. Nach der Erfindung der sogenannten Egreniermaschine ( diese trennt die Baumwollfaser von den Samenkapseln und den teils klebrigen Samen) im Jahr 1793 war die Baumwollfaser das wichtigste Exportgut des amerikanischen Südens. Zwischen North Carolina und Louisiana war im 19. Jarhundert das grösste Anbaugebiet. In diesem Black Belt wuchs die Produktion von 300.000 auf 4 Millionen Ballen pro Jahr an. Noch heute ist der Baumwollanbau die Haupteinnahmequelle für arme Kleinbauern, aber auch für reiche Farmer. Das "weisse Gold" wird nach wie vor in den Tropen und Subtropen Indiens, Chinas, den USA und den armen Ländern Afrikas, dem "Baumwollgürtel" oder auch Cotton-Belt genannt, angebaut und verarbeitet.

 

 

Was geschieht mit der Baumwollfrucht?

 

 Nach der Blüte entstehen die Fruchtkapseln, die ungefähr 25 Samen beinhalten. Acht Wochen nach der Blüte platzen diese Kapseln auf und die weissen Fasern quellen aus der Frucht.

  Die mithilfe von Pflügmaschinen in riesigen Mengen gepflügte Baumwolle wird zu grossen Ballen gepresst und zur Weiterverarbeitung von den Feldern abtransportiert.

 In einer Entkörnungsmachine wird die Faser durch Stahlkämme von Verunreinigungen wie Samenkapselreste und Blätter gereinigt. Diese gekämmte Baumwolle kommt jetzt, wieder zu Ballen gepresst, in die Spinnerei wo die Ballen wieder zerpflügt und nochmals gereinigt werden. In der Kardierungsmaschine werden dann die einzelnen Fasern geordnet und zu Kardierbändern zusammengefasst.

  In der Spinnmaschine wird schliesslich die Baumwollfaser zu Garn verzwirnt,

gefärbt und durchläuft verschiedene Veredlungsprozesse

 Durch unterschiedlichste  Veredlungsverfahren werden die Eigenschaften von natürlichen Baumwollfasern erreicht, die sonst nur von Kunstfasern wie Polyamid, Perlon oder Kunstseide erreicht werden können.

 Ist das Garn nun bearbeitet und fertig wird es zu fertigen Stoffen gewebt.

 

Aus den Baumwollsamen letztendlich wird Öl für Seifen und Kosmetikprodukte, aber auch als Speiseöl gewonnen.

 

 

Das sind Stoffe aus Baumwolle:

 

... Flanell, besitzt eine aufgeraute Oberfläche. Flanell wird gerne zu warmer Unterwäsche    

    verarbeitet.

 

... Denim, der robuste und widerstandsfähige Stoff für die Goldgräberhose, die Jeans & Co.

 

... Cord, in unterschiedlichen Formen. Der Rippstoff für Klassiker der Herrenhose.

 

... Baumwollsatin, glänzend und edel. Zur Herstellung von Damenunterwäsche und feiner

    Bettwäsche.

 

... Damast, gerne als leicht glänzender Dekostoff verwendet.

 

... Samt, dessen weiche Oberfläche durch einen millimeter langen Flor erzeugt wird.

 

... Frottee, für kuschlige Handtücher und mehr.

 

 

Und wer kennt sie nicht:

 

 ... Watte

 

 

 

Was darf und kann Baumwolle?

 

... Sie darf mit 100 Co gekocht und gewaschen werden.

 

... Sie darf gebügelt werden.

 

... Sie kann gut gefärbt werden.