Ramie

 

Ramiestruktur

 

  Ramie, oder auch Chinagras oder Indische Nessel genannt, ist die heute neben Baumwolle, Leinen, Kokos, Hanf, Kapok, Sisal, Jute und Manila die siebtwichtigste pflanzliche Naturfaser der Welt. Diese Bastfaser, die aus dem Bastteil des Pflanzenstengel von Boehmeria nivea und Boehmeria tenacissima gewonnen wird,  ist der dem Leinen sehr ähnlich und wird auch "Leinen des fernen Ostens" bezeichnet. Auch die Produktion der reinweissen und mit edlem Glanz versehenen Faser ist der von Leinen vergleichbar, nur ist wesentlich mehr Handarbeit in den Verarbeitungsschritten notwendig.

  Gleich nach der Ernte wird die Rohfaser aus dem Stengel herausgelöst. Dannach werden in einem Degummierungsprozess die Klebemittel (Pektine und Zellulose), die die Einzelfasern "verkleben" in chemischen und biologischen Verfahren entfernt.

Die gewonnenen Einzelfasern sind mit 12 - 15 Zentimetern länger als die von Leinen.

Wie bei der Leinenverarbeitung werden dann die freigelegten Fasern vor dem nassen Verspinnen noch geschwungen und gehechelt und somit nochmals verfeinert. 

Durch die notwendigen, relativ aufwendigen manuellen Verarbeitsprozesse (zu 75 % in China, Indien, Brasilien und Philippinen) kann Ramie preislich leider nicht mit Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen konkurrieren.

  Ramie findet in den Hauptimportländern Deutschland, Frankreich, England und Japan Verwendung in der Textilindustrie, wo die Faser zu Oberbekleidungen, Tischwäsche und Tennisschuhen verarbeitet wird. Aber auch in der Papierproduktion und in Seilereien findet Ramie den Einsatz. Aus den Faserresten werden Papiere für Banknoten und Zigarettenpapier hergestellt.

 

 

WAS NOCH ZU RAMIE ZU SAGEN IST:

 

... Ramie ist eine ausserordentlich hochwertige Naturfaser.

 

... Ramie lässt sich gut färben und ist verrottungsfest.

 

... Ramie ist lichtbeständig und hat eine hohe Saugfähigkeit.

 

... Ramie kann knittern.

 

... Ramie hat eine sehr hohe Zugfähigkeit.