Wolle

 

Diverse Wollknäuel

 

  Es gibt Wolle und es gibt Baumwolle in unterschiedlichsten Verarbeitungen und Gewebemischungen. Spricht man von Wolle, so sind die weichen Haare des Felles von Tieren gemeint. Doch, jede Art von Wolle, ob Merino, Angora, Mohair, Kaschmir oder Alpaka kann Leiden für die Tiere bedeuten, werden die Gewinnungsmethoden nicht aufmerksam überwacht.

 

  Wolle ist eine tierische, nachwachsende Naturfaser, und dies bereits nachweislich seit dem vierten Jahrtausend vor Christus. Charakteristisch ist die schuppige Aussenschicht und die Kräuselung des Haares. Ein jedes Wollhaar ist umhüllt vom körpereigenen Fett (Lanolin) des Schafes. Dieses Fett, welches auch als Kosmetikprodukt verwendet wird, verhindert, dass Feuchtigkeit auf die Haut gelangen kann.

 

  Im Laufe der Jahrtausende wurden durch ständige züchterische Veränderungen, zum Beispiel der Wegfall des jährlichen Haarwechsels eines Wildschafes erwirkt, so dass die Wolle erhalten bleibt und geschoren werden kann. Durch eine selektive Schafhaltung wurden die langen groben Haare des Wildschafes im Laufe der Zeit von der äusseren Deckschicht eliminiert. Es bleibt ein weiches isolierendes Vlies aus der ehemaligen Unterschicht von feinen Wollfasern. Dieses Vlies schützt das Schaf vor Kälte und Hitze.


Eine Züchtung zwischen einer kleinen asiatischen Schafrasse mit einem spanischen Küstenschaf im 14. Jahrhundert bringt bis heute eine der besten und hochwertigsten Wollequalitäten hervor, die Merinowolle. 

 

Merinowolle                                                                   

 Diese feinste, kratzfreie, weiche, leichte und sehr elastische Wolle wird vor allem für Pullover, Schals, Strümpfe und feinste Stoffe verwendet. Von einem Merinoschaf gewinnt man die ungefähr dreifache Wollmenge wie von einem gewöhnlichen Schaf (ca. 10 Kilogramm im Jahr).

Diese Schafe werden so gezüchtet, dass sie eine faltige Haut besitzen. Dies bedeutet mehr Wolle pro Schaf, aber auch mehr Anfälligkeit für Parasiten und bakterielle Erkrankungen.

 


   

Angorawolle

Die überhaupt weichste und flauschigste Wolle stammt vom Haar des Angorakaninchens, einer langhaarigen Kaninchenrasse. Das Wollhaar ist besonders schweissarbsorbierend und lufthaltig, so dass Angora sehr gut wärmt. Ein Kaninchen kann bis zu vier Mal im Jahr geschoren werden. Nach ungefähr vier Monaten kann das Haar ausgekämmt oder "gerupft" werden. Diese gezupfte Wolle wird zu langhaariger Handarbeitswolle verarbeitet. Eine andere Züchtung von Angorakaninchen bewirkt, dass sich aus dem Fell ein weiches Woll-Vlies entwickelt. Dieses wird entweder von Hand oder mit einer Schermaschine geschoren. Die so gewonnene werden zu Strickwaren weiterverarbeitet. Ein Kaninchen liefert im Jahr ungefähr 1,5 Kilogramm Wolle.

Das Angorakaninchen, dessen Herkunft wohl Ankara, der früheren türkischen Provinz Angora ist, steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen.


 

Kaschmirwolle                                                                   

Als edelste und teuerste Wolle gilt die Kaschmirwolle. Die Wolle wird von der ursprünglich am Himalaja und Pamir-Gebirge beheimateten Kaschmirziege aus ihrem sehr feinen Unterfell während des Fellwechsels zum Ende des Winters nur ausgekämmt.

Die Wollfaser der Ziege ist sehr feinfaserig und leicht und hält die Wärme sehr gut zurück. Da eine Ziege nur ein paar wenige hundert Gramm Wolle pro Jahr liefert, wird diese Naturfaser oft mit Merinowolle oder anderer Schafwolle gemischt.


   

Mohairwolle                                                                       

"Stoff aus Ziegenhaar", so kann der Begriff Morhair aus dem Arabischen Wort "Muhayyar" abgeleitet, übersetzt werden. Die Angoraziege ist eine der seltensten und wertvollsten Ziegenrassen. Sie liefert eine gut wärmespeichernde, sehr weiche, flauschige, spezifisch die leichteste und strapazierfähige Wolle. In der Regel wird das lange seidige Haar zusammen mit Schurwolle zu knitterresistentem, mit leicht changierendem Glanz Tuch verabeitet.

Je jünger das Tier, desto dünner das Haar. So wird die Qualität der Wolle in "kid", "young goat" und "adult" eingestuft.

 Die Tiere sind ausserordentlich temperaturempfindlich. 

Der Lebensraum, der aus weltweit nur ungefähr sechs Millionen bestehenden Population der Ziege erstreckt sich auf  Nord- und Südamerika, Südafrika  und auf die Türkei. Ursprünglich stammt diese Ziege aus der türkischen Provinz Angora ( heute Metropole Ankara).


 

Alpakawolle                                                                            

Diese Wolle wird vom aus den südamerikanischen Anden stammenden Alpaka geliefert. Sie wird auch "Vlies der Götter" genannt und ist im Tragekompfort der Kaschmirwolle gleichwertig.

Da die Tiere auf einer Höhe bis zu 5000 Metern leben, bietet die Wolle einen hervorragenden Schutz gegen Kälte und Nässe, ebenso aber auch gegen Hitze. 

Ein Alpaka liefert ungefähr zwei- bis fünf Kilogramm Wolle in ungefähr 22 verschiedenen Farbschattierungen. 

Das Alpaka wird einmal im Jahr vor dem Sommer geschoren.